
Was ist überhaupt eine Feuchtigkeitssperre, und welche Arten gibt es? Warum fehlen sie in Altbauten, und wie lassen sie sich nachrüsten? Alles erklärt für Bonn.
Von Hubert Jansen · unabhängiger Sachverständiger für Bauwerksabdichtung
Inhalt
| Typ | Stoppt | Kosten Bonn | Nachrüstbar? |
|---|---|---|---|
| Horizontalsperre | Aufsteigende Kapillarfeuchte | 80–200 €/lfm | Ja (Injektion, Mauersäge) |
| Vertikalsperre | Seitlich eindringendes Wasser | 800–1.500 €/lfm | Ja (Außenabdichtung) |
| Kapillarsperre | Feuchtigkeitstransport in Baustoffen | 20–50 €/m² | Ja (Hydrophobierung) |
| Bodensperre | Aufsteigende Bodenfeuchte | 60–250 €/m² | Ja (Dichtschlämme, KMB) |
In Bonn sind besonders die Stadtteile Beuel, Holzlar, Vilich und Rheinnähe Bad Godesberg von fehlenden oder defekten Feuchtigkeitssperren betroffen. Rheinnähe und Starkregen sorgen regelmäßig für Druckwasser in Kellern. Beuel auf der rechten Rheinseite ist besonders exponiert — Hochwasser 2021 überflutete 500+ Keller.
Als ehemalige Bundeshauptstadt hat Bonn viele repräsentative Altbauten aus der Gründerzeit und den 1950er–70er Jahren. Viele Regierungsgebäude im Bundesviertel haben Keller ohne moderne Abdichtung. Das Rheindorf-Viertel in Beuel liegt in einer natürlichen Senke und läuft bei Hochwasser regelmäßig voll.
Typische Situation in Bonn
Die Bebauung in Bonn stammt vorwiegend aus der Gründerzeit (1880–1910) und Bundeshauptstadt-Ära (1950–1975). Drückendes Rhein-Hochwasser in Beuel und Rheinnähe; kapillare Feuchte in zahlreichen Gründerzeit-Villen der Südstadt. Beuel-Bewohner: Druckwasserdichte Abdichtung ist Pflicht, kein Aufschub. In der Bonner Südstadt (Gründerzeit-Villen) oft Innenabdichtung plus Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchte ausreichend.
Die Pflicht zur Feuchtigkeitssperre in Kellern wurde in Deutschland erst mit der DIN 4117 (1937) eingeführt. Davor wurden Häuser — besonders Gründerzeitbauten (1880–1914) — ohne normgerechte Sperren gebaut. Spätere Gebäude erhielten Teerpappensperren, die nach 40–60 Jahren zersetzen und ihre Wirkung verlieren.
In Bonn betrifft das besonders Stadtteile mit dichtem Altbaubestand: Altstadt, Ehrenfeld, Nippes, Mühlheim, Kalk, Südstadt, Lindenthal. Viele dieser Häuser haben heute keine funktionsfähige Horizontalsperre mehr.
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Termin anfragenBohrlöcher werden im Abstand von 10–12 cm horizontal in die Wand gebohrt. Ein flüssiges Abdichtungsmittel (Silikon-Mikroemulsion, Acrylharz) wird eingepresst, verteilt sich im Mauerwerk und hydrophobiert die Kapillaren. Kosten: 80–150 €/lfm. Dauer: 1–2 Tage.
Eine Diamantsäge schneidet einen Schlitz durch das Mauerwerk, in den eine Kunststofffolie eingelegt wird. Zuverlässiger als Injektion, aber aufwändiger. Kosten: 120–200 €/lfm.
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Hubert Jansen
Unabhängiger Sachverständiger für Bauwerksabdichtung · selbstständig seit 1980